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16.12.2018 - 18:37

Presseecho

Frau in der Wirtschaft - Nr 33

In der Reihe "Wir UnternehmerInnen, Vielfalt für die Zukunft" wurde Katharina Scichilone vorgestellt.

 

Chefin Nr 33 - Vorstellung Rollerstop

Rollerstop zu Gast in der Winterzeit/ORF

Beitrag aus der Sendung Winterzeit/ORF 

Abspielen oder einen Bilck auf ORF / Winterzeit werfen

14. November 2009 - Ideen fuer Wien

Ein Bericht von "Ideen für Wien":  Wiener Roller wiegen sich in Sicherheit

Rollerstop beim Hügelparkfest (Bericht Hietzing.at)

13. September 2009 Hiezting.at: Hügelparkfest - Bericht

Verleihung Hietzinger Mercur (Bericht Hietzing.at)

rechts neben Bezirksvorsteher DI Heinz Gerstbach (untere Bildmitte) die Preisträgerin Katharina Scichilone
Rollerstop wird beim Hietzinger Mercur ausgezeichnet

Am Donnerstag, den 18.6.2009 wurde der Hietzinger Wirtschaftspreis Mercur für 2008 im DonBoscoHaus im Rahmen eines festlichen und gemütlichen Abends mit rund 250 Unternehmer/Innen aus dem Bezirk vergeben.

Unter der Moderation der Obfrau des Hietzinger Wirtschaftsbundes, Michaela Mojzis, haben Bundeskanzler a.D. Dr. Wolfgang Schüssel und Bezirksvorsteher Dipl.Ing. Heinz Gerstbach die Auszeichnung an 15 Unternehmerpersönlichkeiten verliehen.

19. Juni 2009 - Hietzing.at - Bericht über den Hietzinger Mercur, eine Auszeichnung für Hietzinger UnternehmerInnen. Rollerstop belegte Platz 2 in der Kategorie Umwelt und Unternehmertum: Bericht Hietzinger Mercur 


bmvit Staatspreis Verkehr 2009

Katharina Scichilone, Rollerstop e.U. hat beim Staatspreis Verkehr eingereicht: Broschüre Staatspreis, (pdf)

Koriphaee

Gebt dem Roller (wie dem Fahrrad) einen Ständer!


Es gibt keine "falsche" Ausbildung - nur manchmal findet man den "richtigen" Weg erst etwas
später und die Lehrjahre können auch eine kunterbunte Erfahrungssammlung sein (wenn auch
selten mit herkömmlichen Zeugnissen bestätigt)

Wenn ein kleines Mädchen lieber mit dem großen Bruder Lego baut, Fahrräder repariert oder
von ihm löten lernt, als mit der Schwester die Puppen zu versorgen, wenn es später nicht an
der elterlichen Hausbaustelle verzweifelt, sondern begeistert dem Zimmermann nacheifert und
den Holzdachstuhl im Modell nach- oder besser mitbaut, dann könnte man fast annehmen, das
Mädchen (und sein Umfeld) wüsste für seine Ausbildung schon, wo seine Interessen liegen.
Wenn alles so einfach, wie scheinbar offensichtlich, wäre...

Also kam bei mir alles anders: Klassische Schulbildung an einer AHS und dann erst vorsichtig
in Richtung Handwerk: Kolleg für Mode- und Bekleidungstechnik oder für Innenausbau und
Möbelbau? Beides gleichzeitig geht eben nicht, daher also hintereinander. Doch nach zwei
Jahren Mode blieb für die Möbel keine Zeit mehr, denn schneller als geplant, aber umso
erfreulicher, kamen drei Kinderleins (nacheinander). Das Ganze im europäischen Ausland,
(fast) keine Hilfe weit und breit, ein full-time-job, durchaus ausfüllend (vielleicht nicht immer
erfüllend). So vergingen die Jahre mit viel Haushalt und Kinder und verschiedenen
Teilzeitbeschäftigungen, übersiedeln zurück nach Österreich und Revitalisieren eines alten
Hauses (so kam ich auch noch zum Möbelbau, wenn auch in Eigenregie).

Die verschiedenen Jobs, vom Tourismus (viel Kontakt mit Menschen, Vortrag an den Zuhörer
angepasst und lösen manchmal schwieriger Situationen), über die Schneiderei (Arbeiten
daheim mit variabler Zeiteinteilung), weiter über ein Bank-back-office (wo ich meinen Direktor
mit der Aussage überrascht habe, mich mit einer Stichsäge wohler zu fühlen als hinter einem
Schreibtisch) bis zur Mitarbeit beim Aufbau einer Firma, die in Österreich italienische Küchen
vertreiben sollte (wiedereinmal Möbel und Erfahrung rund ums Handelsgewerbe) sowie
schlußendlich die Baustelle rund um das eigene Haus (Organisieren der Arbeitsbereiche und
-aufgaben, Koordinieren der Handwerker und oft Lösen von technischen und praktischen
Problemen auf der Baustelle) haben mir Vieles gebracht, das ich jetzt gut brauchen kann.

Was ich schließlich heute mache verdanke ich indirekt der Volksschule meiner Söhne, wo sich
folgende Problematik ergab: Aus Sicherheitsgründen wurde den Tretrollern, mit denen so viele
Kinder so gerne den Weg dorthin zurücklegten, Hausverbot erteilt. Denn einerseits wurden
immer wieder am Gang gelagerte Roller gestohlen, andererseits waren die Gefährte im
Stiegenhaus gefährliche Stolperfallen und auch Stufen und Wände (manchmal auch
Schienbeine) wurden abgeschlagen.

Nun kann doch in Zeiten, wo Umweltverschmutzung und Klimawandel, aber auch die
mangelnde Bewegung (nicht nur) der Kinder große Sorgen sind, das Verbot eines
umweltfreundlichen Fortbewegungsmittels nicht die "Lösung" sein!
Eine sichere Parkmöglichkeit für die kompakten Roller mußte also her, nur gab es da am Markt
keine Angebote. Und das obwohl ich beobachtete, dass das Problem nicht auf diese eine
Schule begrenzt war.
Da blieb nur noch: selbst entwickeln.
Nach verschiedenen Versuchen und der Erarbeitung eines robusten, von der Anwendung her
einfachen, und schließlich alltagstauglichen Systems, folgte der patentrechtliche Schutz und
schlußendlich die Gründung einer Firma zur Vermarktung des neuen Produktes.
Mein Büro konnte ich zu Hause einrichten, dank Internet und Mobiltelefon kann ich als
Einpersonenunternehmen gut arbeiten, auch wenn ich viel unterwegs bin, um Kunden zu
gewinnen, zu beraten oder beim Aufstellen von Rollerabstellanlagen dabei zu sein.
Als Mutter von drei Kindern, die auch in den wildesten Jahren alles selbst gemanaged hat, ist
ungeregelte Arbeitszeit eher Gewohnheit, aber sicher kein Problem. Andererseits erlaubt mir
die flexible Zeiteinteilung auch Raum für mein Privatleben freizuhalten - und dieses ist
erfreulicherweise sehr glücklich! Meine vier Männer (allen voran der größte, aber inzwischen
sind auch aus den drei Kinderleins ziemlich große Söhne geworden) stehen voll hinter mir!

Mit der Vermarktung meiner Rollerständer bin ich nun völlig ausgelastet. Das Projekt stellt sich
als spannende und abwechslungsreiche Herausforderung dar.
Einerseits ist das Konzept, einen Tretroller genauso parken zu können wie ein Fahrrad, noch
kaum gedanklich verankert. So muß ich also oft erst Vorarbeit leisten und diese grundsätzliche
Möglichkeit aufzeigen. Andererseits ist der Bedarf an Parkmöglichkeiten für die kompakten
Roller weit verbreitet: Vorallem Schulen, aber auch viele andere Einrichtungen, die von
Kindern und Jugendlichen (die zur Zeit größte Benutzergruppe der kompakten Flitzer)
frequentiert werden, stehen vor dem Sicherheitsproblem, dass nämlich herumkugelnde Roller
schnell zu gefährlichen Stolperfallen werden. Ordnung und Sicherheit sind im Interesse aller
Beteilgten: die Rollerfahrer sollen sich im entscheidenden Moment um ihre Gefährte keine
Sorgen machen müssen, wer nicht selbst Roller fährt, möchte schon gar nicht über das Gerät
eines anderen stolpern und die Verantwortungsträger wollen beiden dienen und dürfen dabei
den Sicherheitsaspekt nicht aus den Augen verlieren. Und sowieso lagern all diese Roller in
privaten Vorzimmern, Stiegenhäusern und Garagen vorerst noch mehr schlecht als recht.

Nun bin ich also ausgezogen, um all diesen Situationen Abhlife zu schaffen und noch viel mehr
Rollerparkmöglichkeiten aufzuzeigen, aber neben sachlichen Marketingüberlegungen wie
diesen, stoße ich immer wieder auch auf "originelle" Reaktionen: Egal, ob im privaten Umfeld,
wo ein "Du bist also unter die Daniel Düsentriebs gegangen" noch als charmanter Kommentar
zum Musterschutz zu werten ist, oder im aktiven Berufsalltag, wo oft Skepsis auftaucht, wenn
da eine Frau mit einer technischen Lösung daher kommt, die sie in ihrer eigenen Küche
gekocht hat. So habe ich erst vor kurzem bei einer Montage beim Festziehen der
Bodenmuttern (nichts besonderes, nur in ungemütlicher gebückter Stellung mit einer Ratsche
hantieren) dieses Kompliment (?) gehört: "Na, in der Körperhaltung kenn' ich Frauen nur beim
Hantieren mit Besen und Schaufel."

Aber was soll dieses ewige Hin und Her zwischen Männern und Frauen? Dabei wäre doch alles
so einfach, könnte jede oder jeder schlicht das machen, was ihr oder ihm auch liegt. Egal ob
Frauen "Männerberufe" oder Männer "Frauenberufe" erlernen, egal ob sie ihm oder er ihr die
Türe aufhält! Dass das kein Problem sein muß, ist in meiner Familie ganz klar: Ich bin auch zu
Hause die Heimwerkerin, wenn etwas zu richten ist, während mein Mann beim Anblick eines
Schraubenziehers (inzwischen schmunzelnd, weil schon oft zitiert) nur fragt: "Warum schreibt
der Kuli nicht?"
Wenn aber das Rollenbild wirklich immer noch die Erziehung fast ausschließlich uns Frauen
überlässt, dann sind wir die Ersten, die der nächsten Generation weitergeben können, dass es
keine Männer- oder Frauenberufe gibt, sondern jeder Vorlieben und Veranlagungen hat und
nach Möglichkeit diesen entsprechend seine Aktivitäten wählt. Und, dass es für beide
Geschlechter Tätigkeiten gibt, die zum täglichen Leben dazugehören, auch wenn sie vielleicht
weniger sympatisch sind (ganz konkret vorallem im Haushalt, egal wieviel man durch
Rationalisierungsmaßnahmen streicht, es bleibt immer noch zuviel übrig).

Trotz aller Traditionen bin ich doch noch zu einer beruflichen Tätigkeit gekommen, die mich
freut. Sogar zum, vom großen Bruder als kleines Mädchen gelernten, Löten bin ich noch
gekommen, habe ich doch zur besseren Produktpräsentation ein kleines Ständermodell
angefertigt. Die abwechslungsreichen Erfahrungen in verschiedenen Berufen waren wertvoll
und interessant, meine jetzige Tätigkeit ist eine spannende Herausforderung und was auch
immer vor mir liegt, ich freue mich schon darauf.

 

Katharina Scichilone
Jahrgang 1966, französische Volksschule, Gymnasium und Kolleg für Mode und Bekleidungstechnik in
Wien. Glücklich verheiratet und Mutter von 3 Söhnen.
Grellste Farbe im beruflichen Regenbogen: Aufbau der Vermarktung eines selbst entwickelten und
geschützten Tretrollerparksystems.
Näheres dazu: www.rollerstop.at
Kontakt: info@rollerstop.at
Wien 2009