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Wer ist hier Schmarotzer?

Wenn’s um Kleiderspenden geht, kommt manchmal die Frage auf, ob Menschen, die solche Unterstützungsangebote nützen, ohne sie unbedingt zu brauchen, denn nicht (sogenannte) Sozialschmarotzer sind.
Es gibt nämlich tatsächlich (andere) Menschen, die ihre Kleider lieber im Müll entsorgen, als sie eventuell Leuten zu schenken, die sie vielleicht gar nicht zwingend benötigen!

Wo kommen diese Kleidungsstücke eigentlich her? Ist es nicht ganz einfach Überfluss? Wir kaufen uns neue Kleidungsstücke oder Schuhe nicht immer, weil die alten abgetragen, verbraucht oder kaputt sind. Es geht uns so gut, dass wir uns oft Neues zulegen können, aus Freude am shoppen, um nach der neuesten Mode zu gehen, um einfach fesch angezogen zu sein. Ja, heißt es, das braucht der Markt um zu funktionieren. Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. (Wer ist „uns allen“?) Wo gekauft wird, wird auch produziert, das schafft sichere Arbeitsplätze und wiederum Kaufkraft, usw.

Und irgendwann ist der Kasten zu voll. Dann muß Altes weg, nur wohin damit? Der kürzeste Weg führt zum Mistkübel. Da muß man nichts vorher reinigen, ordnen, verpacken… 🙁
Dann gibt‘ s diese Sammelkontainer. Aber wer weiß, wo die Sachen dann landen? Womöglich holt sich’s nur ein Wiffzack wieder raus? Und macht gar noch ein Geschäft damit.
Oder man bringt es zu einer Sammelstelle, wie zum Beispiel jene der Caritas. Da stopft man dann alles in große Säcke, die werden das schon auseinander klauben.

(Es wäre übrigens wünschenswert, wenn gespendete Schuhe und Kleider, egal wo, immer sauber (frisch gewaschen oder geputzt), sinnvoll einzeln oder in Bündeln verpackt, nach Größen bzw. Zielgruppen sortiert abgegeben würden. Das nur nebenbei.)

Ja, und nun kommt tatsächlich jemand und nimmt so eine Kleiderspende an, weil er/sie draufgekommen ist, dass es da recht hübsche Sachen zu holen gibt, spielt vielleicht nur Armut vor, um kostenfrei an die Sachen heranzukommen.
Und?
Wem schadet das?
Es bleibt in unserem Wohlfahrtsland immer noch genug für die wirklich Armen!
Allerdings hat der „Schmarotzer“ dem Spender eines voraus: er nützt alte Kleidungsstücke weiter, solange es noch geht und schont damit Resourcen, spart Entsorgungsaufwand und handelt auf diese Art sehr nachhaltig!

Sind nicht vielleicht wir, die sehr gut Brauchbares am liebsten im Müll entsorgen wollen, die wahren Schmarotzer?

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