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Umdenken

Nach einigen Tagen Dienstreisechauffeurdienste kreuz und quer durch Norditalien bin ich mehr denn je überzeugt: Ein umfangreiches Umdenken muß kommen. Wenn wir so weitermachen zerstören wir uns recht effizient unseren Lebensraum, speziell unsere Atemluft!

Einerseits hab ich während der vielen Autokilometer Zeit genug gehabt, über die Sinnhaftigkeit nachzudenken, ob nun 140 PS zwei Personen (eigentlich sogar nur eine, die freiwilligen Chauffeurdienste meinerseits helfen das Ganze zu beschleunigen) durchs Land tragen müssen, um einzelne Personen an verschiedenen (öffentlich kaum erreichbaren) Orten für persönliche Gespräche zu besuchen. Vor einer Lösung steht die Frage, wie und/oder wo kann man die Leute anders zusammenbringen. Das face-to-face-Gespräch ist in jeder hinsichtlich erhaltenswert.

Andererseits konnte ich exemplarisch beobachten, wie Unmengen von Autos, fast ausnamslos mit nur einer Person drinnen, im täglich Berufs- wie Privatleben auf den Strassen unterwegs sind. Da war ja unsere Fahrt geradezu rationell im Vergleich.

Jeder Schritt, jeder Weg wird mit dem eigenen PKW erledigt. Öffentliche Verkehrsmittel sind Mangelware. Das Angebot schlecht, jedenfalls unzureichend. Das hat in Italien auch historische Hintergründe, wurde doch nach dem 2. Weltkrieg um die landesinterne Automobilindustrie zu fördern, jede WEiterentwicklung anderer Infrastruktur geradezu abgewürgt.

Ein Beispiel: Florenz hatte bis in die 40er-Jahre ein ansehnliches Strassenbahnnetz! Alles weg!
Nun wurde in den vergangenen Jahren mit sehr großem Aufwand wieder eine Strassenbahnlinie errichtet, die eine dicht besiedelte Stadtrandgemeinde mit dem Zentrum verbindet und zwie weitere Linien werden folgen.

Damit sich in diesem Land das so dringend notwendige Umdenken durchsetzen kann, bräuchte es nun vergleichbaren politischen und wirtschaftlichen Willen und Werbung – direkt und indirekt – auf allen nur erdenklichen Ebenen um in weiteren sechzig Jahren zu nicht zuletzt gesünderen Gewohnheiten zu kommen.

Ich bleibe trotzdem Optimist 🙂

Ein Kommentar

  1. Im europäischem Vergleich fährt ein Auto im urbanen Stadtverkehr durchschnittlich 15km/h um ein gewicht von 100kg auf einer Strecke von 10km zu bringen – das sind die Vorraussetzungen für den Maulesel.
    Seit der Erfindung der Dampfmaschine haben wir im zunehmendem Maße über unsere Verhältnisse gelebt. Es ist an der Zeit zurück zu schrauben. Meiner Meinug nach ist das auch der Knackpunkt den viele noch nicht ganz begriffen haben: Wir sollten das Auto als Genußmittel sehen und nicht als Fortbewegungsmittel. Statt mit dem Auto ins Fittnesscenter zu fahren um dort 2 Stundne lang Stepping zu machen kann man genauso zu Fuß shoppen gehen und statt der Rolltreppe die Stiegen benutzen. Das klingt vielleicht lächerlich, ist es aber nur so lange solche Aktionen alleine macht. Je mehr umdenken umso besser. Jeder Einzelne, der das Auto stehen lässt und sich eine Jahreskarte kauft trägt etwas bei jeder einzelne.
    Ich sage ungern „für die Umwelt“ weil „Umwelt“ sind sowohl andere Menschen wie auch die Biene die mich letztens gestochen hat. Ich bevorzuge eher etwas, worunter man sich was vorstellen kann: Für die zukünfkiten Generationen. Für unsere Kinder und Enkeln. Wir kaufen ihnen Süßigkeiten, trösten sie wenn traurig sind, wir sind da wenn sich hilflos fühlen und würden für sie ins Feuer springen. Warum hinterlassen wir ihnen nicht auch eine ordentliche Welt?