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Roller fahren in Wien – passt gut dazu

Ein Lösungsrezept für urbane Mobilität gibt es wohl nicht, ganz sicher passt es nicht in einen Blogbeitrag. Hier daher nur Gedankenauszüge zum Thema:

Grundsätzlich fühle ich mich mit der Wiener Verkehrsinfrastruktur recht wohl. Das ist als Ausgangspunkt schon mal sehr erfreulich, denn Qualität zu steigern ist allemal leichter als bei Null anzufangen oder erst gar nicht zu wissen wo man anfangen soll. Dazu habe ich aus eigener Erfahrung auch den Vergleich mit einigen südeuropäischen Städten, als Fußgänger (viele Jahre & Kilometer mit (Doppel)kinderwagen), Radfahrer, Öffi-nutzer (soweit überhaupt vorhanden) und Autofahrer. Zwei Beobachtungen sind mir dabei aufgefallen: egal wie gut ein Infrastrukturangebot ist, genörgelt wird immer, aber je schlechter die Möglichkeiten, desto eher entsteht unter den Menschen eine Art Solidarität – unter dem Motto: der leidet ja unter dem selben Infrastrukturmangel wie ich. Das kann sich dann in etwas mehr Geduld, Zuvorkommenheit oder ähnlichem im Alltag ausdrücken. Immerhin.


Wie eine Stadt funktionieren könnte oder wem sie gehört können wir uns vielleicht ein bißchen von den Bienen abschauen? Honig gibt es nur, wenn alle mithelfen, jeder ein bißchen, dann passt die Lebensqualität für alle.

Ich setze mich nun schon seit einigen Jahren für kompakte Tretroller zum Beschleunigen von Fußwegen ein. Egal, ob der kurze Weg vom Büro oder zu Hause zu einer kleinen Besorgung, für viele der Weg in die Schule oder ähnliches in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln, diese Gefährte sind einfach praktisch, wenn auch nicht jedermanns Sache.

Und genau das ist, wie ich glaube, der Punkt: Um speziell in städtischen Räumen Mobilität möglich zu machen, muß einerseits das Angebot an Massenbeförderungsmitteln funktionell sein, andererseits möglichst viele umweltfreundliche Ergänzungen dazu angeboten werden, damit (fast) jeder das Richtige für sich finden kann.

Eine Fahrradinfrastruktur mit einem übergeordneten Schnellverbindungsnetz (wie bei den Autostrassen und Öffiverbindungen selbstverständlich) und guter kapillarer Vernetzung von Radweglösungen, dazu ausreichend Abstellplätze und ein Ausleihsystem ist – wie ausreichend aus Studien bekannt – ein wertvoller Ansatz (da gäbe es in Wien noch einiges zu tun). Dazu immer und überall Fußwege (der Wiener findet den Gehsteig selbstverständlich, das ist aber nicht überall so) und ergänzend die Möglichkeit einen Microscooter mitzunehmen und einzusetzen.

Ich arbeite an der Infrastruktur, damit dann auch diese Gefährte sicher abgestellt werden können und somit den einen nicht (als Stolperfalle) lästig sind, den anderen während der Abstellzeit nicht abhanden kommen. Ziel ist, dass alle jene, die gerne einen Tretroller für Kurzstrecken nützen möchten, dies auch möglichst überall(hin) tun können, ohne anderen etwas von deren Freiheit wegzunehmen.

Ein respektvolles Neben- und Miteinander wäre erfreulich. Tastächlich scheinen viele mehr Energie in die Verteidigung ihres Verkehrsmittels (speziell: Autos) zu verwenden, als nach der Ideallösung für die einzelne Situation zu suchen. Niemand erwartet, dass aus umweltpolitischen Gründen ab nun nach Australien mit dem Rad gefahren werden muß, genauso unsinnig ist es, zum Bäcker, circa 500m weit mit dem Auto zu fahren…

Um den Text leicht lesbar zu belassen, habe ich auf eine genderneutrale Ausdrucksweiseverzichtet und im Stil alter Grammatikregeln geschrieben. Es sind aber immer alle, wie auch immer gearteten Menschen in gleichberechtigter Weise gemeint.


Das ist ein Blogbeitrag zur Blogparade „Urbane Mobilität“, durchgeführt von Ökoengergie-Blog

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Ein Kommentar

  1. Der ewige Krieg zwischen Fahrräder und Autos^^ Die einen die demonstrativ auf Schnellstraßen fahren oder in der Stadt den Radweg entweder aus Dummheit oder aus Faulheit ignorieren und die anderen, die Radfahrer reihenweise überfahren würden, wenn die Strafen nicht so hoch wären.
    Damit Menschen friedlich nebeneinander leben können müssen sie sich erst einmal gegenseitig respektieren und das funktionerterst, wenn jeder der beiden bereit ist, einen Teil seiner Freiheit für den anderen zu verzichten. Meiner Meinug nach scheitert es genau hier. Viele Menschen sind einfach nicht bereit zu akzeptieren, dass sie nicht allein auf der Welt sind und das sie wohl oder übel auf andere Mitmenschen Rücksicht nehmen müssen.

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