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Gesetzeslage und Verantwortung beim Rollerfahren

Volksschulkinder, die ein Smartphone selbstverständlich bedienen, oder auch ihren Eltern und Großeltern erklären, sind durchaus nichts ungewöhnliches. Auch im Umgang mit Spielkonsolen und Kontrollern haben die kids nicht selten die Nase vorn. Von Natur aus sind sie weitaus beweglicher als somancher Erwachsene, nur in Sachen Erfahrung sind ihnen altersbedingt Grenzen gesetzt. Aus diesem Grund werden Regelungen und Gesetze von Erwachsenen gemacht.
Soweit so gut.

Die kompakten Tretroller, auch Microscooter genannt, werden als „Kleinfahrzeug zur Verwendung außerhalb der Fahrbahn“ definiert. Die österreichische Strassenverkehrsordnung (StVO) sieht vor, dass Kinder ab 12 Jahren, mit Fahrradausweis ab 10 Jahren, alleine Roller fahren dürfen. Sonst müssen sie von einer mindestens 16-jährigen Person begleitet werden. Diese Altersbegrenzung ist von der Radfahrverordnung übernommen, die damit wiederum das alleinige Radfahren im Strassenverkehr altersmäßig begrenzt. Microscooter dürfen auf Gehwegen und -steigen, kombinierten Geh- und Radwegen sowie Wohn- und Spielstrassen unterwegs sein.

Da viele Kinder mit Microscooter zur Schule fahren, stellen Schulen oder Schulbehörden immer öfter sichere Abstellplätze für diese Gefährte zur Verfügung. Nun hat die Zeitschrift „kommunal“  die Frage geklärt, ob diese Verantwortungsträger damit auch jene zum alleinigen Roller fahren verleiten, die dies altersmäßig noch nicht tun dürften, und daher für Unfälle auf dem Schulweg haften müssen. Laut Auskunft des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (kfv) ist dem nicht so. Viel mehr gilt, dass sich die Schulverwaltung um die freien Fluchtwege kümmern muß und daher das Aus-dem-Weg-räumen jeglicher Stolperfallen, also auch herumkugelnder Tretroller, durchaus zu ihren Aufgaben zählt.

Wann und wie Kinder mit ihrem Roller unterwegs sind, liegt immer noch im alleinigen Verantwortungsbereich der Eltern. Es ist ihre Aufgabe sich um Gesetze und Verordnungen, die ihre Kinder betreffen, zu kümmern.
Darüberhinaus zählt es auch zur Aufgabe des Erziehens, Kindern nicht nur das Gehen beizubringen und damit der rudimentärsten Form der Fortbewegung, sondern auch jede Form des schnelleren Weiterkommens.

Der Weg in den Kindergarten und in die Volksschule ist meist die erste Strecke, wo wir unseren Kindern zeigen, wie sie sich im Verkehrsgeschehen zurechtfinden können. Gerade bei den besonders Kleinen braucht das oft viel Geduld, machen sie doch noch so kurze Schritte und „müssen“ am Weg noch so viel entdecken, dass es scheinbar kein Weiterkommen gibt. Und das obwohl die Zeit immer so knapp ist.
Diese Situation lässt sich mit so einem kleinen Tretroller wunderbar lösen: Junior fährt gerade mal so schnell, wie der Erwachsene daneben geht. Ganz selbstverständlich macht dieser das Kind auf Gefahren aufmerksam, fordert an der Gehsteigkante zum Absteigen auf, weist auf den Vorrang des Fußgängers hin. Gibt es dann auch noch Abstellplätze, lernt das Kind auch das Parken und individuelle Sichern seines kleinen Rollers. Wo möglich wird es vielleicht bald ein Fahrrad sein oder der Roller wird dann in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln genützt und im Laufe der Jahre ist das umweltfreudnliche Weiterkommen ganz selbstverständlich und elternunabhängig.

Die Gesetze und Regelungen machen wir Erwachsenen. Wie es in Zukunft weitergehen soll, liegt daher zu einem beträchtlichen Teil in unserer Hand. Wir sind oft zu unflexibel, um uns zu verändern, allerdings ist es ein leichtes die Veränderung zu delegieren, wir müssen nur die Rahmenbedingungen dazu schaffen:
Im konkreten Fall könnte dies die Anpassung der StVO an die Realität der Rollernutzung sein! Damit nächste Generationen nicht mehr mit dem Elterntaxi (Abhängigkeit), sondern mit einem individuellen Weiterkommen (Unabhängigkeit) aufwachsen.
Zitate aus:
Zeitschrift „KOMMUNAL“, Heft 1, 2012, Seite 8-9: „Gemeinden nicht haftbar für unbeaufsichtigte Rollerfahrer“
www.kommunal.at

Der Text ist nach alten Grammatikregeln verfasst. Sollte eine Formulierung nur ein Geschlecht betreffen, sind dennoch alle Menschen völlig gleichwertig gemeint.

 

 

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